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	<title>Wortpirat</title>
	<link>http://www.wortpirat.de</link>
	<description>Die Online-Kolumne von Christian M. Kalusche &#038; Freunden</description>
	<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 09:52:04 +0000</pubDate>
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		<title>Oh! Yeah! Ah! (Nachruf auf Michael Jackson)</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 23:49:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krischan</dc:creator>
		
	<category>Alles</category>
	<category>Weltgeschehen</category>
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		<description><![CDATA[Michael Jackson. Dieser Mann tat mir unheimlich leid. Je genialer, schrÃ¤ger und bekannter ein KÃ¼nstler wird, desto mehr ist er in einer unwirklichen Welt gefangen. Michael Jackson war wohl das Extrem und verlor mit jedem weiteren Tag auf Erden den Bezug zur Wirklichkeit. Freundschaft oder Geld, alles war zu einem knetbaren Gut geworden, das entweder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Michael Jackson. Dieser Mann tat mir unheimlich leid. Je genialer, schrÃ¤ger und bekannter ein KÃ¼nstler wird, desto mehr ist er in einer unwirklichen Welt gefangen. Michael Jackson war wohl das Extrem und verlor mit jedem weiteren Tag auf Erden den Bezug zur Wirklichkeit. Freundschaft oder Geld, alles war zu einem knetbaren Gut geworden, das entweder unecht oder fast unendlich vefÃ¼gbar war. Traurig zu sehen, was mit einem Menschen passiert, der in einer HÃ¶lle ohne realen Werten lebt. <a id="more-266"></a></p>
<p>Aber Michael Jackson, das ist auch der Mann mit dem Moonwalk. Auch wenn er ihn leider nicht erfunden hat, sondern nur von professionellen RumbatÃ¤nzern geklaut hatte, so finde ich diesen Tanz doch geradezu wie gemacht fÃ¼r Michael Jackson. Er geht vorwÃ¤rts und doch rÃ¼ckwÃ¤rts. Wie seine kÃ¶rperliche Entwicklung: jede Operation plante er als Fortschritt, war aber wie sich herausstellte dann doch eher ein RÃ¼ckschritt. Frei nach seinem selbst besungenen Motto: â€žDonâ€™t stop till you get enough.â€œ</p>
<p>Zum Schluss sah er ja fast so aus wie als Zombie maskiert im eigenen Video zu â€žThrillerâ€œ, nur eben in weiÃŸ. An dieser Stelle ein schÃ¶nes Zitat vom Meister: â€žIt doesnâ€™t matter if youâ€™re black or white. Uhuuu!â€œ AuÃŸer you have the WeiÃŸfleckenkrankenheit, then darf man auch schon mal heimlich the nature ins Handwerk pfuschen.</p>
<p>Zugegeben, sein Tod traf auch mich wie ein Schlag. Manches ist einfach nicht zum Enden gedacht. Dass Michael Jackson stirbt, ist als wÃ¼rde jemand die gesamte Chinesische Mauer Ã¼ber Nacht einfach abbauen. Dementsprechend war das Medienecho. Und es hatte diesen einzigartigen Stil, den man sonst nur von 9/11 kannte. Es geht in allen Berichten eigentlich gar nicht um Inhalte und Bilder. Es geht nur um die Illustration einer einzigen Schlagzeile, in diesem Fall â€žMichael Jackson ist totâ€œ.</p>
<p>Da wird eben mal gerne auch mal stur eine Stunde auf das Stahltor seiner Residenz gefilmt, das allerdings mit nett anzuschauenden BlÃ¼mchen von den treuen Fans dekoriert war. Ein bewegtes Stillleben, das der Meditation und Verarbeitung dieses einzigen Faktes dient. Zudem sensationelle Liveberichterstattung: &#8220;Oh ein Auto! Wer mag das sein? [Ein Auto fÃ¤hrt vorbei.] Hmm, wohl nur jemand, der die StraÃŸe entlanggefahren ist.&#8221; Typisch fÃ¼r das VerhÃ¤ltnis Michael Jacksons mit den Medien, dass er selbst in seinem Hilferuf-Lied â€žLeave me aloneâ€œ besungen hatte: â€žLeave Me Alone! Stop It! Just Stop Doggin&#8217; Me Aroundâ€œ. Now hat Michael Jackson the Medien alone gelassen, und niemand hatâ€˜s auf Video. What an Ã„rger.</p>
<p>Zwei Wochen vorher hatten sich die Interviewpartner noch Ã¼ber den armen pÃ¤dophilen Irren lustig gemacht und jetzt sind sie plÃ¶tzlich schockiert, dass dieser AusnahmekÃ¼nstler gestorben ist, denn er war ja so genial, herzensgut und einfach nur ein toller Mensch. Wenn da mal jemand nicht versucht, das schlechte Gewissen zu Ã¼berspielen.</p>
<p>Aber so ist das wohl, wenn ein ganz GroÃŸer stirbt. Aus dem Nichts erscheinen WeggefÃ¤hrten, die plÃ¶tzlich viel zu berichten haben, vermeintliche SÃ¶hne tauchen auf mit der BegrÃ¼ndung, sie wÃ¤ren irgendwann einmal auf der Neverlandranch im Karussell gefahren. Aber wo war Elton John oder Enya mit einem Tribute Song? Jede Katastrophe hat doch ihre Titelmelodie. So musste die ganze Welt anstattdessen die alten Alben kaufen, sodass gleich nochmal 20 mal Platin zum KÃ¼nstler mit in den Sarg gelegt werden konnte. Das kann doch kein Zufall sein!</p>
<p>Michael Jackson hat gesehen, wie super solche PR funktioniert und hat alle an dem Rest seiner Nase herumgefÃ¼hrt. Denn er ist gar nicht tot, sondern liegt mit Elvis und Falco am Strand von Bora Bora. Geschickt und die genialste Marketingstrategie aller Zeiten. Michael Jackson ist endlich der Paparazzi-Jagd entkommen, verdient prÃ¤chtig an den AlbenverkÃ¤ufen und kann endlich sein Leben genieÃŸen. Einfach mal entspannt die Nase abschrauben und am Stand ein gepflegtes Bierchen trinken; gut eingecremt, damit er nicht wieder braun wird.</p>
<p>Ich schlieÃŸe diesen persÃ¶nlichen Nachruf mit einem weiteren Zitat aus dem Lied â€žMan in the Mirrorâ€œ. Als moralischer und ethischer Appell an uns alle, sang der KÃ¼nstler damals: â€žHoo! Hoo! Hoo! Aaow! Yeah! Make That Change!â€œ In diesem Sinne.
</p>
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		<title>Frau Huber und die Wirtschaftskrise</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 19:33:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krischan</dc:creator>
		
	<category>Alles</category>
	<category>Weltgeschehen</category>
	<category>Konsum</category>
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		<description><![CDATA[2008 war das Jahr, als die fallenden Dominosteine der Weltwirtschaftskrise auch den Verbraucher erreichten. Kollabierende Kredite, vom Geldversorgungssystem isolierte Banken, rapide sinkende Nachfrage. Waren vorher eher InvestmentbÃ¤nker emotional betroffen, greift die Krise jetzt auch auf die einfachen BÃ¼rger Ã¼ber, genauer gesagt: auf Frau Huber. 
Wollten wir im letzten Jahr noch fÃ¼r unsere Staatshaushalt sparen, ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>2008 war das Jahr, als die fallenden Dominosteine der Weltwirtschaftskrise auch den Verbraucher erreichten. Kollabierende Kredite, vom Geldversorgungssystem isolierte Banken, rapide sinkende Nachfrage. Waren vorher eher InvestmentbÃ¤nker emotional betroffen, greift die Krise jetzt auch auf die einfachen BÃ¼rger Ã¼ber, genauer gesagt: auf Frau Huber. <a id="more-261"></a></p>
<p>Wollten wir im letzten Jahr noch fÃ¼r unsere Staatshaushalt sparen, ist Konsum jetzt sehr wichtig. Wenn wir nichts kaufen, dann kÃ¶nnen die Firmen nichts mehr verkaufen. Das finden die dann wiederum ziemlich blÃ¶d und beschlieÃŸen, dass Kosten im gleichen Umfang sinken mÃ¼ssen wie die UmsÃ¤tze. Und da man ja nicht einfach im Kaufhof die Heizung runterdrehen kann, um Geld zu sparen, minimiert man die Kosten, indem man die netten Frau Hubers von der Parfum-Abteilung in einen langen unbezahlten Urlaub schickt. Frau Huber freut sich nun, dass sie keine Einkommenssteuern mehr zahlen muss, bis ihr auffÃ¤llt, dass sie ja gar nichts mehr verdient und man mit gesparten Steuern die Miete nicht bezahlen kann.</p>
<p>Also kann sie nun beispielsweise eine saftige Mietsenkung mit einer Ein-Frau-Demonstration vor dem Einfamilienhaus des Vermieters starten, was aber wegen Mittelknappheit beim Kauf einer orangefarbenen und nachts leuchtenden Weste sowie Trillerpfeifen und Pappplakaten erschwert wird. Letztlich scheitert es daran, dass sich niemand anderes findet, der die andere Seite des Drei-Meter-Transparents hÃ¤lt, das dem Vermieter mit markigen aber sich vor allen Dingen reimenden Slogans zu der saftigen Mietsenkung bewegen soll. Da aber der Vermieter von Obst und von Saft schon erst recht nicht viel hÃ¤lt, geht er auf die Forderungen nicht ein und ignoriert auch geflissentlich die Sitzblockade von Frau Huber auf dem FuÃŸweg vor seinem Haus. Frau Huber bricht ihre Demonstation ab und ist enttÃ¤uscht, dass darÃ¼ber nicht mal im Fernsehen berichtet wird.</p>
<p>Die Gesamtheit der Frau Hubers in Deutschland verlegt nun ihren Sitzstreik vor den Fernseher, um morgens im FrÃ¼hstÃ¼cksfernsehen der ARD zu erfahren, dass eine Weltwirtschaftkrise auch ihr Gutes hat: alles wird billiger. Aber selbst wenn die Milch nun 10 Cent gÃ¼nstiger wird, kann Frau Huber die Milch von 0 Euro Einkommen nicht bezahlen. Die rettende Idee kommt von einem Gast des FrÃ¼hstÃ¼cksfernsehens, der vorschlÃ¤gt, einfach die Geldmenge im Euroraum zu erhÃ¶hen. Das, so findet Frau Huber, ist absolut richtig, aber niemand bietet ihr eine ErhÃ¶hung der Geldmenge an. Auch die Moderatorin ringt um geistreiche Worte, um ihre fehlende Vorstellungskraft im Thema ErhÃ¶hung der Geldmenge clever zu kaschieren. Da sich auch niemand in der Nachbarschaft dazu durchringen kann, die Geldmenge im Euroraum zu erhÃ¶hen, denken sich alle Frau Hubers, dass sie einfach nicht mehr soviel einkaufen werden.</p>
<p>Das aber merkt der Kaufhof wiederum in der eigenen Kasse, weil seine UmsÃ¤tze erneut sinken und er wieder eine neue Frau Huber entlassen mÃ¼sste. Aber wenn man nur noch eine Fachkraft im fuÃŸballfeldgroÃŸen Laden hat, dann wÃ¼rden die Kunden ja denken, sie seien im Media Markt und der Mann aus der KÃ¼hlschrankabteilung kann bekanntlich einen Fernseher nicht von einer Kaffeemaschine unterscheiden. Das merken natÃ¼rlich die wachsamen Kunden und finden diese GeschÃ¤fte noch blÃ¶der. Deswegen machen die GeschÃ¤fte nun Verlust.</p>
<p>Und weil der Staat ja gewinntrÃ¤chtige Unternehmen mit Steuern bestraft, muss er diese nun belohnen, indem sie keine Steuern mehr zahlen brauchen. Trotzdem ist es sehr Ã¤rgerlich, weniger Steuereinnahmen zu haben, denn noch sind viele Beamte in den staatlichen LÃ¤den zu bezahlen, damit es nicht leer wie bei Media Markt ist und man sein eigenes Echo nach dem Schrei nach Hilfe vernimmt.</p>
<p>Politiker sind allerdings gewitzte Zeitgenossen und kennen natÃ¼rlich das Heilmittel fÃ¼r die Misere. Neben der GeldmengenerhÃ¶hung, die aber auch die Politiker nicht erklÃ¤ren kÃ¶nnen, bleibt da das Verteilen von Geschenken, damit die Menschen wieder ein LÃ¤cheln auf die Lippen gezaubert bekommen. Da aber nicht alle Menschen gleich sind, Ã¤rgern sich die Fahrradfahrer, wenn die Politiker den Autofahrern eine Steuererleichterung schenken. Und die Klempner Ã¤rgern sich schwarz, wenn die Politiker nun StraÃŸen bauen lassen. Alles nur, um Menschen wieder mit Arbeit zu versorgen oder zum konsumieren anzuregen.</p>
<p>Ein sehr beliebtes Mittel, um sogenannte Kaufanreize zu setzen, ist das Verteilen von Konsumgutscheinen. Diese kleine bunten Zettelchen berechtigen zum preisreduzierten Kauf von Waren, also wie Gutscheine, die man zu Weihnachten von einfallslosen Verwandten geschenkt bekommt mit dem erklÃ¤renden Hinweis, man wÃ¼sste ja selbst am besten, was man brauche. Frau Huber kÃ¶nnte sich nun endlich die Reise in die Karibik leisten, die sie sich schon immer gewÃ¼nscht hatte.</p>
<p>Ã„rgerlich daran ist, dass ein GroÃŸteil des Geldes nun in der Karibik oder bei der auslÃ¤ndischen Fluggesellschaft hÃ¤ngen bleibt, also letztendlich bei Leuten, denen die deutsche Politik gar nicht helfen wollte, obwohl die das natÃ¼rlich nie vor einer Kamera zugeben, da wir ja alle in einem globalen Dorf leben, indem jeder jeden mag. Aber auch nur, weil es sonst morgen keine Sportschuhe mehr geben wÃ¼rde oder weil dann ein DVD-Player einen Preis von 400 Euro hÃ¤tte, weil die herstellenden und dann deutschen Menschen nÃ¤mlich Lust darauf haben, mehr als die 50 Cent pro Stunde zu verdienen, die ihre Nachbarn weiter hinten bekommen.</p>
<p>Und da die Politiker die Nachbarn aus dem Dorf nicht unnÃ¶tig verÃ¤rgern wollen, wird diese Idee wieder verworfen. Anstatt dessen bevorzugte man AbwrackprÃ¤mien, die zwar genau das gleiche PhÃ¤nomen bewirkten, nur dass Autos sich irgendwie deutscher anfÃ¼hlen als Karibikreisen oder DVD-Player.</p>
<p>DafÃ¼r bekam man 2008 etwas geschenkt, das man sich schon seit Anbeginn des selbsstÃ¤ndigen Denkens gewÃ¼nscht hat: eine Schaltsekunde. Das ist nicht etwa die Zeit, die vergeht, bis Senioren nach Umschalten der Ampel den ersten Gang eingelegt haben, sondern eine extra Sekunde in der Silvesternacht. Denn die Erfinder der Zeit haben sich gedacht, sie kÃ¶nnten uns ehrenhaften BÃ¼rgern verschweigen, dass das Jahr gar nicht aus so schÃ¶nen ganzen glatten Tagen besteht -Â  wie man sich das ja aus Ordnungsliebe gerne wÃ¼nschen wÃ¼rde - sondern eine Viertelsekunde lÃ¤nger. Und die schummelt man dann heimlich alle vier Jahre in die Uhren. Den BÃ¼rger freuts, denn Zeit ist ja bekanntlich Geld und auch Kleinvieh macht Mist.
</p>
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		<title>Letztens in der Bildzeitung</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Jun 2009 10:41:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krischan</dc:creator>
		
	<category>Alles</category>
	<category>Medien</category>
	<category>Wortkunst</category>
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		<description><![CDATA[Letztens stand in der Bildzeitung in einem einsÃ¤tzigen Artikel, dass britische Forscher einen interessanten Zusammenhang zwischen der MÃ¶belwahl fÃ¼rs Wohnzimmer und der GeschÃ¤ftstÃ¼chtigkeit der Hausherren festgestellt haben, was in Anbetracht der Meldung auf Seite fÃ¼nf in der Ausgabe von vor drei Wochen doch bemerkenswert ist, weil in Hinterholzenhofen Ute G. (43) ihren Mann Achim G. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letztens stand in der Bildzeitung in einem einsÃ¤tzigen Artikel, dass britische Forscher einen interessanten Zusammenhang zwischen der MÃ¶belwahl fÃ¼rs Wohnzimmer und der GeschÃ¤ftstÃ¼chtigkeit der Hausherren festgestellt haben, <a id="more-263"></a>was in Anbetracht der Meldung auf Seite fÃ¼nf in der Ausgabe von vor drei Wochen doch bemerkenswert ist, weil in Hinterholzenhofen Ute G. (43) ihren Mann Achim G. (47) mit einer IKEA-Lampe erschlagen und sich danach bei dem schwedischen MÃ¶belhaus darÃ¼ber beschwert habe, dass die Lampe keine gewÃ¶hnlichen Alltagsbelastungen in einem deutschen Durchschnittshaushalt aushalte, worauf die Frau einen Gutschein fÃ¼r die integrierte und beliebte Gastronomiemeile erhalten habe, wo sie aber aufgrund des GetrÃ¤nke-Free-Refill-Konzeptes so viel schwedische Cola getrunken habe, dass ihr schlecht wurde und sie sich bei dem skandinavischen MÃ¶belhersteller wiederum beschwert habe, dass ihr von dem Softdrink schlecht wurde, wofÃ¼r sie einen Gutschein fÃ¼r eine Lampe bekommen habe, den sie einlÃ¶ste, aber keinen Mann mehr hatte, den sie erschlagen konnte, weil sie ihren Mann ja bereits erschlagen hatte, und deswegen die IKEA-Lampe intakt blieb und sie deswegen auch keinen weiteren Gutschein geschenkt bekam, was allerdings in Anbetracht der dunklen Ecke hinter ihrem grÃ¼nen KÃ¼chensofa eigentlich recht praktisch gewesen wÃ¤re.
</p>
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		<title>Krischans Konzept fÃ¼r den Weltfrieden</title>
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		<pubDate>Fri, 15 May 2009 13:42:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krischan</dc:creator>
		
	<category>Alles</category>
	<category>Expeditionen</category>
	<category>Sonstiges</category>
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		<description><![CDATA[Leben in anschlagsgefÃ¤hrdeten LÃ¤ndern bringt fÃ¼r AuslÃ¤nder meistens das Wohnen in einem Compound mit sich. Dieser ist wie ein Block inmitten einer Stadt, der von hohen Mauern und Stacheldraht umgeben ist; unterbrochen nur durch eine einzige Ein- und Ausfahrt, an der Wachpersonal mit Schusswaffen und Panzerfahrzeugen wie TÃ¼rsteher vor einer angesagten Disco steht und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leben in anschlagsgefÃ¤hrdeten LÃ¤ndern bringt fÃ¼r AuslÃ¤nder meistens das Wohnen in einem Compound mit sich. Dieser ist wie ein Block inmitten einer Stadt, der von hohen Mauern und Stacheldraht umgeben ist; unterbrochen nur durch eine einzige Ein- und Ausfahrt, an der Wachpersonal mit Schusswaffen und Panzerfahrzeugen wie TÃ¼rsteher vor einer angesagten Disco steht und die einfahrenden Autos kontrolliert.<a id="more-262"></a></p>
<p>Bis jetzt gab es allerdings und glÃ¼cklicherweise keinen einzigen Anschlag. Aber gerade deswegen muss der Job des Sicherheitspersonals ja auch unglaublich langweilig sein. In voller Montur bei 44 Grad im Schatten in einem Panzer zu sitzen und darauf zu warten das endlich jemand angreift, das ist ja noch schlimmer als ein Tierforscher zu sein, der jahrelang durch brasilianische UrwÃ¤lder streift, um einen mystischen Falter oder ein uriges VÃ¶lkchen zu finden, das sich GegenstÃ¤nde des alltÃ¤glichen Ureinwohneralltagslebens in die OhrlÃ¶cher fummelt.</p>
<p>Aber nein, keine mystischen Falter und urige VÃ¶lkchen schon gar nicht. HÃ¶chstens ein Ameisenvolk, das den Mittags-BÃ¶rek durch einen Spalt in der Tupperdose in KrÃ¼meln nach und nach Ã¼ber stark bekrabbelte AmeisenstraÃŸen abtransportiert. Bei soviel Monotonie ist es verstÃ¤ndlich, wenn das Hirn langsam mit dem AufhÃ¶ren anfÃ¤ngt. Verzweifeltes Suchen nach geistreichem Gehalt in Ã¶dem Material.</p>
<p>â€žUnd hier die Staumeldungen. A4 HÃ¶he Tupperdose 20 cm zÃ¤hflÃ¼ssiger Verkehr in beiden Richtungen wegen GegenstÃ¤nden auf der Fahrbahn.â€œ Ameise wegschnippen und wieder auf die Compoundeinfahrt schauen. Immer noch kein Angriff und auch nur 30 Sekunden mit Ameisenstauansagen Ã¼berbrÃ¼ckt.</p>
<p>30 Sekunden, ein Bruchteil der ZwÃ¶lfstundenschicht des Wachpersonals. Aber ist noch mehr aus dem Thema Ameisen herausholen? Die Ansage mit dem Kaffeebecher vor den Mund zu wiederholen, weil sich die Stimme dann etwas mehr nach RadioÃ¼bertragung anhÃ¶rt? Die MÃ¶glichkeiten sind einfach zu stark begrenzt. Und spÃ¤testens, wenn der Offizier durch die Panzerluke hereinschaut und mit skeptischen Blick fragt, warum sein SchÃ¼tze Staumeldungen in den Kaffeebecher spricht, ist das Thema Ameisenstau auf der A4 fÃ¼rs Erste erledigt.</p>
<p>Wer kann also Abwechslung bringen, wenn nicht die hineinfahrenden Compoundbewohner? Und an dieser Stelle halte ich es einfach fÃ¼r meinen unausgesprochenen Auftrag der Gesellschaft, diese Monotonie zu durchbrechen. So unterrichte ich tÃ¤glich das TNT-suchende philippinische Wachpersonal durch das hinuntergefahrene Autofenster in der deutschen Sprache. Mittlerweile verfÃ¼gt es Ã¼ber einen betrÃ¤chtlichen Sprachschatz, wie folgender Dialog zeigt:</p>
<p><strong>Wachmann</strong>: Gutten Tak!<br />
[Bei besonders guter Laune auch: WuuuundeschÃ¶ne gutten Tak!]<br />
<strong>Krischan</strong>: Guten Tag!<br />
<strong>Wachmann</strong>: Wie getz?<br />
<strong>Krischan</strong>: Danke gut. Und selbst?<br />
<strong>Wachmann</strong>: Alles klaaar.<br />
[Verschwindet mit dem TNT-Detektor hinten am Auto]<br />
<strong>Wachmann</strong>: Alles gutt. Auf Widdesehen!<br />
<strong>Krischan</strong>: Auf Wiedersehen.</p>
<p>Nach einiger Zeit bin ich dazu Ã¼bergegangen umgangssprachliche Redewendungen einzubauen, gerne auch gewÃ¼rzt mit regionalen Dialekten.</p>
<p><strong>Wachmann </strong>[professionell]: Gutten Tak!<br />
<strong>Krischan</strong>: Guten Tag. Und? Wie geht&#8217;s?<br />
<strong>Wachmann </strong>[selbstbemitleidend aber lÃ¤ssig]: Muss&#8230;</p>
<p>Dieser Kandidat zeichnet sich durch besonderen Lernwillen aus, den er besserwisserisch zum Besten gab, als ich einmal bei DÃ¤mmerung in den Compound gefahren bin.</p>
<p><strong>Krischan</strong>: Guten Tag!<br />
<strong>Wachmann </strong>[empÃ¶rt auf die Dunkelheit hinweisend]: Gutten Tak? Gutte Abend!</p>
<p>Womit er natÃ¼rlich Recht hatte. Dass der Wachmann meine kurzen Deutschlektionen so ernstnimmt und dann auch noch mitdenkt, hat mich unglaublich gefreut, dass ich mich gleich im nÃ¤chsten Goetheinstitut fÃ¼r den diesjÃ¤hrigen Verdienstorden angemeldet habe.</p>
<p>Ich finde sogar, der Friedesnobelpreis wÃ¤re gerechtfertigt. Wenn das Wachpersonal nicht einigermaÃŸen gut aufgelegt ist und vÃ¶llig Ã¼berreagieren wÃ¼rde, wenn wirklich einmal jemand als BÃ¶sewicht entlarvt wÃ¼rde, kÃ¶nnte es zu schlimmen Folgen kommen. Fangen die dann auf Kommando an, alles zusammenzuschieÃŸen? Man kommt vom Einkaufen und plÃ¶tzlich beginnt ein weiterer Golfkrieg? Absolut inakzeptabel.</p>
<p>Ich warte demnach auf die Kaffeebecher-vor-dem-Mund-Durchsage im Panzerwagen: â€žDer Friedensnobelpreis geht dieses Jahr an Krischan, der mit seinem Micro-Deutschschulen-Konzept den Frieden im mittleren Osten Ã¼ber Jahre hinweg nachhaltig sicherte&#8230; Kommen wir nun zu den Staumeldungen&#8230;â€œ
</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Onkel mit den HÃ¤hnchen</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Apr 2008 23:03:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krischan</dc:creator>
		
	<category>Alles</category>
	<category>Konsum</category>
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		<description><![CDATA[Ich ekele mich wirklich vor wenigen Dingen. Ganz vorne auf der kurzen Liste stehen die farbigen Abbildungen von blasenwerfenden Hautkrankheiten im medizinischen Standardwerk Pschyrembel. Gleich danach kommt schon das Verzehren von halben HÃ¤hnchen mit fettig glÃ¤nzender Haut inklusive dem Abnagen und Ablutschen der Knochen dieses Schlachtfederviehs. 
Umso erstaunlicher, dass ich heute auf die fixe Idee [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich ekele mich wirklich vor wenigen Dingen. Ganz vorne auf der kurzen Liste stehen die farbigen Abbildungen von blasenwerfenden Hautkrankheiten im medizinischen Standardwerk <a title="Was kann ich mir darunter vorstellen?" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pschyrembel" target="_blank">Pschyrembel</a>. Gleich danach kommt schon das Verzehren von halben HÃ¤hnchen mit fettig glÃ¤nzender Haut inklusive dem Abnagen und Ablutschen der Knochen dieses Schlachtfederviehs. <a id="more-260"></a></p>
<p>Umso erstaunlicher, dass ich heute auf die fixe Idee kam, der Fastfoodkette â€ž<a title="KFC" href="http://www.kfc.de/" target="_blank">Kentucky Fried Chicken</a>â€œ den ersten Besuch meines Lebens abzustatten. Es hatte mich als Mc Donalds Verfechter damals Jahre gekostet, eine erste Burger King Stippvisite zu wagen, aber soviel Mut hatte sich gelohnt. Und so wollte ich es heute wissen und meinen Ekel besiegen. Dass ich noch einen Bonusbon fÃ¼r das groÃŸe KFC-FamilienmenÃ¼ in einem Gutscheinbuch fand, machte die Mission aus Kostengesichtspunkten zudem attraktiv.</p>
<p>Ich hatte ein wirklich gutes GefÃ¼hl bei der Sache. Immerhin erweitere ich meinen Horizont gerne durch das Brechen von gesellschaftlichen Tabus. Ich frage als Mann nach dem Weg, wenn die Frau aus dem Navigationssystem nicht mehr weiter weiÃŸ. Vor den Filialen der KIK- Kette schreie ich mit der gleichen nervigen Stimme aus deren schlechten Werbung immer â€ž<a title="Den Slogan mal anhÃ¶ren..." href="http://www.kik-textilien.de/" target="_blank">KIK â€“ der Textildiskont</a>!â€œ.</p>
<p>Wieso kann ich dann nicht auch mal zu KFC fahren? Die psychosomatischen Folgen dieses Knochenablutsch-Fetisch sind doch nun wirklich gesellschaftlich tabuisiert! FÃ¼r die gibt es ja nicht mal eine Dunkelziffer, und das, wo es doch fÃ¼r fast alles eine Dunkelziffer oder zumindest einen gefÃ¼hlten Wert gibt!</p>
<p>Mit Bonusheft, Hunger und Mut bewaffnet betrat ich die Filiale in meiner NÃ¤he. WÃ¤hrend goldene Ms oder Kronen etwas Neutrales an sich haben, finde ich den perfide grinsenden <a title="Wer ist das eigentlich?" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harland_D._Sanders" target="_blank">Opa vom KFC-Logo</a> schon irgendwie suspekt. Der wÃ¼rde vielleicht auch beim Mensch-Ã¤rgere-Dich-nicht bescheiÃŸen.</p>
<p>Vor der Theke die typische Fastfood-Situation. Wenn man weiÃŸ, was man will, stehen an jeder Kasse fÃ¼nf Wartende. Wenn man es nicht weiÃŸ, stehen vor einem Gast fÃ¼nf freundlich grinsende Kassierer. Und dann kommt man immer in diesen Handlungszwang, sich unter diesem Erwartungsdruck fÃ¼r das richtige Produkt zu entscheiden. Gut, ich gebe zu, ich kam mir etwas dÃ¤mlich vor. Aber man wird ja noch mal fragen dÃ¼rfen, was KFC Ã¼berhaupt so anbietet. Es ist ja nicht so, dass da wie bei Mc Donalds andauernd viele kleine bekannte Burger in buntem Papier die Stahltheken herunterrutschen, gerne durch dieses schrille Pfeifen begleitet.</p>
<p>Nein, bei KFC sieht man die Produkte und sie sehen alle gleich aus. Von links nach rechts Ã¼berall fettig gold-glÃ¤nzende HÃ¤hnchenklumpen, die zum Bespiel &#8220;HÃ¤hnchenteile&#8221; heiÃŸen. Das finde ich gut, denn die Wortwahl beschreibt ja viel prÃ¤ziser, was man da vor sich hat. Teile. Und weil KFC kundenfreundlich ist, habe ich alle unterschiedlichen Teileformen noch mal auf einem extra Teller vor mir serviert bekommen, was mir inhaltlich allerdings kaum weiterhalf. HÃ¤hnchen bleibt HÃ¤hnchen, wie auch immer der Klumpen aussieht.</p>
<p>Ich entschied mich dann nach einer eingehenden Diskussionsphase mit dem Filialleiter gegen die KFC Pops, Crispy Stripes, Hot Wings, Zinger Tower, Filet Tower und Crispy Burger und fÃ¼r die HÃ¤hnchenteile, weil die sich als einzig deutsch benanntes Produkt ein wenig vertrauenserweckend anhÃ¶rten. Ich mÃ¶chte an dieser Stelle noch mal betonen, dass ich keinen â€žBucketâ€œ bestellt habe, zudem kommt mir ja sowieso nichts auf den Teller, was nicht â€žon the boneâ€œ ist. Die zwei 0,5 Liter GetrÃ¤nke durfte ich gegen einen Krautsalat sowie Pommes (die kenne ich!) eintauschen. Alles zum Mitnehmen. Das nenne ich mal flexibel.</p>
<p>Zuhause entfaltete sich dann das geheime Rezept von Colonel Sanders auf meinen lingualen Geschmacksknospen. Diese Mischung aus 11 KrÃ¤utern und GewÃ¼rzen sorgte auf wunderbare Weise dafÃ¼r, dass die HÃ¤hnchenteile schmeckten wie&#8230; HÃ¤hnchen. Und nachdem meine Finger in allen Farben des Regenbogens schillerten, HÃ¤nchenfleischfasern an ihnen herabhingen und sich ein Berg von glitschigen Knochen neben meinem Teller auftÃ¼rmte, da wurde mir schlagartig bewusst: Krautsalat und Pommes sind eine ernstzunehmende Alternative. Ich habe alles gegeben, aber HÃ¤hnchenlutschen hat mich einfach nicht Ã¼berzeugt.
</p>
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		<item>
		<title>Ein Satz in vier WÃ¤nden</title>
		<link>http://www.wortpirat.de/?p=258</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Mar 2008 22:49:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krischan</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Wer kennt sie nicht, die sympathische Mollige von RTL mit der schÃ¶nsten Show zum Thema Vorher-Nachher-Effekt? Das Prinzip von â€žEinsatz in vier WÃ¤ndenâ€œ von Tine Wittler ist ganz einfach: eine Familie schreibt einen Brief an die Moderatorin, dass sie gerne schÃ¶ner wohnen mÃ¶chte. Diese rÃ¼ckt dann mit einer Handwerkermannschaft an und verwandelt die Bruchbude in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer kennt sie nicht, die sympathische Mollige von RTL mit der schÃ¶nsten Show zum Thema Vorher-Nachher-Effekt? Das Prinzip von â€žEinsatz in vier WÃ¤ndenâ€œ von Tine Wittler ist ganz einfach: eine Familie schreibt einen Brief an die Moderatorin, dass sie gerne schÃ¶ner wohnen mÃ¶chte. Diese rÃ¼ckt dann mit einer Handwerkermannschaft an und verwandelt die Bruchbude in ein traumhaftes Wohnerlebnis. Die Familie darf dann medienwirksam staunen und alle weinen vor GlÃ¼ck und Dankbarkeit.<a id="more-258"></a></p>
<p>Doch RTL wÃ¤re nicht RTL, wenn sich nicht durch Extreme die Quote nochmals steigern lieÃŸe. Auf die Normalos folgten massenhaft Wohnbehinderte, bei denen man sich als aufmerksamer Zuschauer oft am Hinterkopf kratzend fragte: kam die Einrichtungsnot wirklich Ã¼berraschend, wenn sich die Pennykassiererin mit arbeitslosem Mann und zwei Kindern vor drei Jahren ein Einfamilienhaus gekauft hat?</p>
<p>Das Konzept von der Sendung schwenkt Richtung Sozial-Voyeurismus und nennt sich dann â€žEinsatz in vier WÃ¤nden Spezialâ€œ. Heute wurde eine JubilÃ¤umsfolge gesendet, die es thematisch in sich hatte: eine Familie, die 18 Jahre unter dem <a target="_blank" title="Was ist das Messie-Syndrom?" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Messie-Syndrom">Messie-Syndrom</a> der Mutter litt. Das Haus war mit 28 Tonnen MÃ¼ll gefÃ¼llt und mir fehlte wahrlich jegliche Phantasie, wie der Ehemann nach Auszug der Messiefrau noch zwei Jahre auf dem Sofa in der WohnzimmermÃ¼llkippe geschlafen haben soll. Das hÃ¶rt sich eher nach Sterbehilfe mit Eigeninitiative an. Ist es nicht faszinierend, dass man mit MÃ¼ll und Moder Rekordquoten erzielen kann?</p>
<p>Mein ganz persÃ¶nlicher HÃ¶hepunkt: Tine Wittler, gern mit blumigen Mustern rund ums prachtvoll voluminÃ¶se DekolletÃ©, kam nicht durch die HaustÃ¼r, weil sie aufgrund des MÃ¼lls nur einen halben Meter breit zu Ã¶ffnen war. Da lob ich mir unsere Germanyâ€™s Next Topmodels; die wÃ¤ren problemlos in Zweierreihen durch diesen TÃ¼rspalt gegangen â€“ mit <a target="_blank" title="Warum muss der Handetasche lebendig sein?" href="http://www.ksta.de/html/artikel/1176113432494.shtml">lebendiger Handetasche</a> versteht sich.</p>
<p>Nachdem eine Handvoll grobschlÃ¤chtiger SULO-MÃ¤nner in ABC-SchutzanzÃ¼gen das Haus entrÃ¼mpelt und desinfiziert hatten, war die Sendung fast schon um, obwohl sich das Haus eigentlich erst in dem Stadium befand, in dem die bisherigen Sendungen begannen. Man kam gerade noch dazu, eine Heizung einzubauen und die WÃ¤nde zu verputzen.</p>
<p>Immerhin konnte Tine ihren obligatorischen 10 Sekunden Auftritt mit dem Motto â€žauch ich packe mit anâ€œ unterbringen, denn sonst inszeniert sie sich ja nur dabei, wie sie den Profis erklÃ¤rt, wie diese ihre Arbeit verrichten sollen. Die sind natÃ¼rlich immer total dankbar fÃ¼r jeden hilfreichen Tipp, immerhin kommt er von der Frau, die uns gut dosiert mit Deko-Faustregeln fÃ¼r die Ewigkeit beglÃ¼ckt: â€žImmer ungerade StÃ¼ckzahlen. Zwei oder vier Vasen auf dem Tisch sehen einfach nicht aus.â€œ</p>
<p>Eine Sinnesfreude der besonderen Art sind natÃ¼rlich auch immer die musikalischen Untermalungen. Da kann man sich wirklich die groÃŸe Timelife-25-CD-Kollektion sparen, denn zu jedem gezeigten MÃ¶belstÃ¼ck, jeder KloschÃ¼ssel oder Delphintapete wird ein passendes Lied aus den letzten 30 Jahren Musikgeschichte eingespielt. Wenn die Hausbesitzerin schwer krank war, hÃ¶rt man dann auch gerne mal das Worldtradecenter-Lied <a target="_blank" title="Wer ist Enya?" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Enya">&#8220;Only time&#8221; von Enya</a>, damit auch der letzte Zuschauer fÃ¼hlt: Krebs ist wirklich eine bÃ¶se Sache.</p>
<p>Als verbale Begleitung begeistert eine anonyme Stimme aus dem Off den geneigten Zuschauer mit Texten, die wahrscheinlich aus dem groÃŸen Tine Wittler Satzbaukasten stammen. â€žDer vormals enge und dunkle Flur wirkt durch diese raffinierte Schrankinstallation wohnlich und hell.â€œ Da muss man einfach nur die jeweiligen Begriffe austauschen, fertig. Frei nach dem Motto â€žEin Satz in vier WÃ¤ndenâ€œ.</p>
<p>Und wenn die famose Truppe dann alles umgebaut hat, darf die Familie endlich zurÃ¼ck ins Haus, nachdem sie in der Umbauphase im Campingtrailer von Tine Wittler wohnen musste. Obwohl das fÃ¼r die Familien ja schon einen wohnkulturellen Aufstieg bedeutete. Nach Betreten des Hauses ist BauklÃ¶tze-Staunen um die Wette angesagt. Denn dass man mal in einem Haus wohnen wÃ¼rde, dass wie ein IKEA-Trainingslager aussieht, das passiert einem ja nun auch nicht alle Tage. Aber einem geschenkten Gaul schaut man nun einmal nicht ins Maul.</p>
<p>Ich wÃ¼rde gerne mal eine Show machen â€žKrischans Einsatz in 4 WÃ¤ndern â€“ ein Jahr danach.â€œ Die pfiffigen Wandschrankkonstruktionen lassen sich nicht mehr bewegen, der schwarze HiFi-Tisch mit EdelstahlgestÃ¤nge aus der aktuellen Werbebeilage fand leider auch seinen Platz, die Delphintapete ist runter und die flugs verkleideten WÃ¤nde schimmeln vor sich hin.</p>
<p>Wie auch immer: ich freue mich auf die Fortsetzung der Messie-Folge. Ob ins Wohnzimmer eine Tapete mit MÃ¼llmotiven geklebt wird - als Hommage an die Messie-Mutter? Sehen wir, ob Tine Wittler es ohne Hilfe durch die HaustÃ¼r schafft? Wir dÃ¼rfen gespannt sein.
</p>
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		<title>So funktioniert Aufschwung</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jan 2008 10:47:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krischan</dc:creator>
		
	<category>Alles</category>
	<category>Weltgeschehen</category>
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		<description><![CDATA[Letztens stand im ZDF-Videotext â€žLufthansa sucht 7200 Mitarbeiterâ€œ. Aber die kÃ¶nnen doch nicht allesamt Ã¼ber Nacht verschwunden sein! Sind die alle nach China gereist, um schon mal Mandarin zu lernen, weil ja in 10 Jahren die Welt ausschlieÃŸlich dort produzieren wird? Nein. Die Antwort hat zwar auch irgendwie etwas mit China zu tun, lautet aber: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letztens stand im ZDF-Videotext â€žLufthansa sucht 7200 Mitarbeiterâ€œ. Aber die kÃ¶nnen doch nicht allesamt Ã¼ber Nacht verschwunden sein! Sind die alle nach China gereist, um schon mal Mandarin zu lernen, weil ja in 10 Jahren die Welt ausschlieÃŸlich dort produzieren wird? Nein. Die Antwort hat zwar auch irgendwie etwas mit China zu tun, lautet aber: Aufschwung.<a id="more-257"></a></p>
<p>Aber was ist denn Aufschwung Ã¼berhaupt? GrundsÃ¤tzlich ist es eigentlich zu allererst eine psychologische Hochstimmung und Vertrauen in die Zukunft. Menschen trauen sich Geld auszugeben, anstatt es fÃ¼r schlechte Zeiten zu sparen. Die Beweise sind offenkundig.</p>
<p>Es fÃ¤ngt damit an, dass ich im Starbucks sitze und anstatt an einem stillen Wasser an deren Ã¼berteuerten koffeinhaltigen HeiÃŸgetrÃ¤nk nippe. Schon zieht eine Horde eislÃ¶ffelnder Rentner an mir vorbei. Gut gelaunt, TÃ¼ten voller Shopping-Erfolgsbeweise. Omas D-Mark-Reserven aus der KÃ¼hltruhe sind in einen neuen DVD-Player investiert. Mittendrin schleppt auf einmal ein Hektiker einen 2-Meter-Deckenfluter aus Messing vorbei, als kÃ¤me die Produktion kaum hinterher. Konsumrausch, wo man hinsieht.</p>
<p>DarÃ¼ber freuen sich die Unternehmen, denn die Gewinne sprudeln. Aufmerksame MitbÃ¼rger fragen sich zu Recht, warum der Praktiker Baumarkt bei solch einer Marktlage Kunden immer noch mit â€ž20% Rabatt auf allesâ€œ anlocken muss und vor allem, warum das ausgerechnet nicht fÃ¼r Tiernahrung gilt.</p>
<p>Wie auch immer. Ein besser laufendes GeschÃ¤ft verlangt nach mehr Mitarbeitern, diese werden eingestellt. Die Arbeitslosenzahlen sinken und der Staat bekommt Einkommenssteuern anstatt StÃ¼tze geben zu mÃ¼ssen. Im Idealfall senkt er nun deswegen die Steuern fÃ¼r alle und wieder hÃ¤tten die Menschen mehr Geld, um dieses wiederum per Konsum in die Wirtschaft zu pumpen.</p>
<p>Alle fÃ¼hlen sich einfach besser. Vorbei die Zeit, als Omas rote WÃ¤rmflasche als Wellness fÃ¼r Arme herhalten musste. Man lÃ¤sst es sich gut gehen. In einer Saunalandschaft gibt es jetzt den â€žGreen Lemonâ€œ Aufguss. Auch wenn er zu meiner EnttÃ¤uschung nichts direkt mit dem Bier zu tun hatte: wenn es den Deutschen gut geht, dann lassen sie sich auch verwÃ¶hnen. Ich gewinne den Eindruck, dass pro zwei DÃ¶nerbutzen nun auch mindestens ein <a title="Was ist ein Spa?" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spa_(Gesundheit)">Thai-Spa</a> erÃ¶ffnet hat. Es wird massiert und in die HÃ¤nde gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt.</p>
<p>Und weil die Unternehmen nun richtig viel Geld verdienen, investieren sie auch gerne in die verheiÃŸungsvolle Zukunft. Das Thai-Spa holt sich ein paar neue Bastmatten und renoviert die InnenrÃ¤ume. DarÃ¼ber freuen sich das deutsche Handwerk und die Bastmatten-Produktionsunternehmen. Selbst wenn die Bastmatten direkt aus Thailand kÃ¤men: deutsche Logistik bringt sie von dort bis ins Spa.</p>
<p>Ãœberall entdeckt man Anzeichen, dass auch die auslÃ¤ndische Konkurrenz auf die erwachende deutsche Wirtschaft und ihre Erfolgsrezepte aufmerksam wird. In einer Frankfurter ThermeÂ herrscht nun Fotografier-Verbot. Ich kann das verstehen, irgendwann kopieren die Asiaten auch noch unser Thermalwasser und dann fliegen alle nach Peking, um gÃ¼nstig baden zu gehen. Das ist gefÃ¤hrlich.</p>
<p>Jeder Boom braucht zudem sein Motto. Das jetzige heiÃŸt Klimaschutz. Ich warte ja persÃ¶nlich noch auf den CO<sub>2</sub>-reduzierten Schinken, weil man den Rindern als CO<sub>2</sub>-Produzenten einfach das Atmen und Furzen verbietet. Und das ganze bewirbt dann GÃ¼nther Jauch und weist noch mal freundlich darauf hin, dass man Faber-Lose im Dunklen ausfÃ¼llen soll, um Energie zu sparen.</p>
<p>GrundsÃ¤tzlich kann man bei einer florierenden Wirtschaft eine Menge toller Sachen machen. Wenn Kunden eh alles kaufen, kÃ¶nnen Unternehmen auch etwas risikoÃ¤rmer die Preise hochsetzen. Kuhmelken ist urplÃ¶tzlich eine anstrengende Sache fÃ¼r die Melkmaschinen, und so muss man eben einmal mit etwas Wehmut im Blick die Preise fÃ¼r Milchprodukte um 20% anheben. Das funktioniert auch super bei Ã–l, das laut Greenpeace nur noch zwanzig Jahre hÃ¤lt. Dass die seit 30 Jahren jÃ¤hrlich die gleiche Pressemeldung drucken, interessiert dann auch niemanden mehr.</p>
<p>Ganz toll sind Ã¼brigens auch die MÃ¶glichkeiten der Arbeitnehmer, die nÃ¤mlich in solchen Situationen mutig werden. Selbst wenn man 8 Stunden lang nur auf einem Sessel sitzt und alle 60 Sekunden einen Knopf drÃ¼cken muss, kann man ruhig mal 30% mehr Lohn fordern. So geschehen bei den LokfÃ¼hrern. Die KnopfdrÃ¼ckerei heiÃŸt Ã¼brigens â€žTotmannschaltungâ€œ, mehr muss man dazu wohl nicht mehr sagen. Und trotzdem muss die Bahn nun nachgeben. Falls die LokfÃ¼hrer konsumfreudige Menschen sind: toll fÃ¼r den Konsum. Schlecht natÃ¼rlich fÃ¼r das Unternehmen, da sind eben mal ein paar weniger neue Schienen fÃ¼r 2008 drin.</p>
<p>Wenn der Laden dann so richtig brummt, dreht die EuropÃ¤ische Zentralbank dann metaphorisch an der Zinsschraube, was nichts anderes heiÃŸt als â€žKredite fÃ¼r Banken teurer machenâ€œ. Und wennÂ Joe Ackermann seinÂ Geld bei der Zentralbank teuer einkaufen muss, verkauftÂ er es auch wieder teurer an die Unternehmen und Privatkunden. Der Zinssatz fÃ¼r die Kredite steigt und verdirbt den Deutschen etwas mehr die Lust, so wild zu investieren und zu konsumieren und zÃ¼gelt damit die Ã¼berzogene Hochstimmung.</p>
<p>Jetzt muss nur noch jemand dafÃ¼r sorgen, dass die Stimmung nicht mehr ins Negative umschlÃ¤gt. So einfach kann Wirtschaft sein. Bleibt die Frage nach den verschwundenen Lufthanseaten. Vielleicht sollte man mal schauen, ob in den Loks mittlerweile HÃ¶henruder und Triebwerke eingebaut sind. Bei der Bahn soll man ja gut verdienen kÃ¶nnen&#8230;
</p>
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		<title>Ich mag den Golf&#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Nov 2007 16:31:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffka</dc:creator>
		
	<category>Alles</category>
	<category>Konsum</category>
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		<description><![CDATA[&#8230;weil er so lustige Elektronik-Gimmicks hat. Vielleicht erinnert sich so mancher Konsum-geneigte Leser an die damalige, groÃŸgeschaltete Kampagne vom Automobilhersteller Volkswagen: Immer wechselnde Werbefiguren erklÃ¤rten, warum sie ihren ganz speziellen Golf ganz besonders mÃ¶gen und brachten so dem Verbraucher die sogenannte USP dieses Kompaktwagens nÃ¤her: Lifestyle - aber mit Vernunft! Der eine mochte ihn aufgrund [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;weil er so lustige Elektronik-Gimmicks hat. Vielleicht erinnert sich so mancher Konsum-geneigte Leser an die damalige, groÃŸgeschaltete Kampagne vom Automobilhersteller Volkswagen: Immer wechselnde Werbefiguren erklÃ¤rten, warum sie ihren ganz speziellen Golf ganz besonders mÃ¶gen und brachten so dem Verbraucher die sogenannte <a title="Was ist das?" target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alleinstellungsmerkmal">USP </a>dieses Kompaktwagens nÃ¤her: Lifestyle - aber mit Vernunft! Der eine mochte ihn aufgrund des groÃŸzÃ¼gigen Stauraums. Wieder eine andere mochte besonders die Farbe Ihres Exemplars.<a id="more-256"></a></p>
<p>Mir klingt es jedes Mal magisch im Ohr&#8230;der Golf. Ich mag meinen Golf IV, Baujahr 1999 â€“ wie schon beschrieben â€“ wegen der nahezu einzigartigen und nicht nachvollziehbaren Details in Funktion und Anwendung der elektronischen Ausstattung.</p>
<p>Es macht einfach mÃ¤chtig SpaÃŸ im Regen vollbepackt an seinen Lieblingsgolf zu kommen, um festzustellen, dass die Zentralverriegelung nicht funktioniert. Nachdem ich mehrfach vergeblich versucht hatte, die KnÃ¶pfchen per Fernsteuerung in Bewegung zu setzen, balancierte ich meine EinkÃ¤ufe auf einem Arm und schloss die TÃ¼r manuell auf â€“ ein fast vergessenes Bewegungsschema!</p>
<p>GlÃ¼cklich, endlich alles in den Golf geworfen zu haben und selbst nur mÃ¤ÃŸig nass geworden zu sein, schloss ich die FahrertÃ¼r und sah mich um. Entgegen aller Beschreibungen im Handbuch hatte ich nur die FahrertÃ¼r aufgeschlossen, die anderen blieben verschlossen, was bei einer Zentralverriegelung eher atypisch ist. Am Ziel angekommen schloss ich das Auto ebenfalls manuell ab, schob diese neue Funktion aufs Wetter und dachte nicht weiter darÃ¼ber nach. <em>Ich mag den Golf, weil ich mir mit der Klimaanlage sogar die Haare fÃ¶hnen kann.</em></p>
<p>Am nÃ¤chsten morgen war alles wie gewohnt, alle TÃ¼rknÃ¶pfchen zeigten sich auf SchlÃ¼sselknopfdruck, keine neuen Technikhighlights. Die kamen jedoch geballt in der Woche darauf: ZunÃ¤chst lieÃŸen sich die TÃ¼ren wieder nicht per Fernsteuerung Ã¶ffnen â€“ und wenn, dann immer nur tageweise unterschiedliche zwei der fÃ¼nf TÃ¼ren. Besonders tricky fand ich, dass eines Tages, als alles wie gewohnt zu funktionieren schien, bei der Einfahrt ins Parkhaus die elektronischen Fensterheber Ihren Dienst verweigerten und ich mich schlangenartig um die TÃ¼r wickeln musste, um die Parkkarte ziehen zu kÃ¶nnen. <em>Ich mag den Golf, weil er so komfortabel ist.</em></p>
<p>Einen HÃ¶hepunkt erreichte das Eigenleben meines Autos jedoch, als sich beim Zuwerfen der FahrertÃ¼r alle TÃ¼ren selbstÃ¤ndig verschlossen. Ich warte seit dem darauf, dass ich eines Tages an mein Fahrzeug komme und alle Fenster sperrangelweit offen sind. DarÃ¼ber hinaus habe ich seit dem Auftreten dieser â€žSpezialfunktionenâ€œ auch reihum jeden Monat ein Birnchen meiner AuÃŸenbeleuchtung ausgetauscht. <em>Ich mag den Golf, weil er so zuverlÃ¤ssig ist.</em></p>
<p>Danach: Ruhe. Keine AuffÃ¤lligkeiten bis zu dem Morgen, als beim Abziehen des SchlÃ¼ssels aus dem ZÃ¼ndschloss auf dem Parkplatz einer groÃŸen Supermarktkette die Alarmanlage frÃ¶hlich losheulte und die gesamte Anwohnerschaft weckte â€“ dies alles zur Belustigung der Bauarbeiter, die sich Ã¼ber mich â€žBÃ¼ropÃ¼ppchenâ€œ mit dem lÃ¤rmenden GefÃ¤hrt halb schlapp lachten<em>. Ich mag den Golf, weil man damit so schÃ¶n die Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann.</em></p>
<p>Lustig erschien mir auch die Fehlercodeauslese bei der Inspektion. So konnte der Werkstattmitarbeiter zunÃ¤chst einen Fehler in einem elektronischen SteuergerÃ¤t feststellen, lÃ¶schte selbigen dann im Fehlerprotokoll und siehe dar: Beim erneuten Auslesen war der Fehler ganz ohne weitere Reparatur oder Austausch von GerÃ¤ten behoben. <em>Ich mag den Golf, weil die Werkstattkosten so gering sind.</em></p>
<p>Alles in allem muss ich aber zugeben: Im Gegensatz zum GÃ¶lfchen hat mein erstes Auto, ein &#8220;Polo CoupÃ© Fox&#8221; Baujahr 1986, sein einzigartiges Produktversprechen auch gehalten. Beim kleinen pfiffigen Bruder vom Golf funktionierte immer alles so wie im Handbuch beschrieben. Der hatte nÃ¤mlich nur neun Schalter bzw. Hebel (Blinker, Scheibenwischer, Licht, Nebelschlussleuchte, Heizung, GeblÃ¤se, Luftzufuhr, Warnblinker und Heckscheibenheizung) und nicht mal eine Servolenkung! Aber trotzdem: <em>Ich mag den Golf, auch wenn er kein Polo ist.</em>
</p>
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		<title>Karies ist spannend</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Oct 2007 17:18:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krischan</dc:creator>
		
	<category>Alles</category>
	<category>Expeditionen</category>
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		<description><![CDATA[Ich bin die Ausnahme. Meine Eltern tragen mehr VermÃ¶genswerte in ihren ZÃ¤hnen als Bargeld in der Tasche mit sich herum, nur ich bin das verschonte Kind. Das findet jeder Zahnarzt langweilig. Mund auf, kurz schauen, ein Foto fÃ¼r die Zahnarztfachzeitschrift, Mund zu, einen guten Rat (KAI: KauflÃ¤che, AuÃŸen, Innen; und vor allem immer schÃ¶n in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin die Ausnahme. Meine Eltern tragen mehr VermÃ¶genswerte in ihren ZÃ¤hnen als Bargeld in der Tasche mit sich herum, nur ich bin das verschonte Kind. Das findet jeder Zahnarzt langweilig. Mund auf, kurz schauen, ein Foto fÃ¼r die Zahnarztfachzeitschrift, Mund zu, einen guten Rat (<em>KAI</em>: KauflÃ¤che, AuÃŸen, Innen; und vor allem immer schÃ¶n in kreisenden Bewegungen putzen) und dann kommt der Abspann.<a id="more-251"></a></p>
<p>Rein wirtschaftlich gesehen bin ich fÃ¼r jeden Zahnarzt eine Katastrophe. Meine GroÃŸeltern putzten ihre ZÃ¤hne mit normalen BÃ¼rsten und normalen Zahnsalzen. Klar, da kommt eben mal mehr Karies zustande, als wenn man heutige Mittel zur VerfÃ¼gung hat. Ich rÃ¼hme mich der Gnade der spÃ¤ten Geburt, was in in einem breit gefÃ¤cherten Angebot von Zahnpasten mit unterschiedlich vielen Streifen, Farben und Aromen sowie BÃ¼rsten mit Flex, Spezialborsten und Ultraschall resultierte.</p>
<p>Trotzallem kam auch fÃ¼r mich der Zeitpunkt der Wahrheit mit einem Zahnarzttermin, der mit Entfernung von Zahnstein begann. GlÃ¼cklicherweise hatte ich davon sehr wenig, aber wenn ich den Spannungsbogen des Zahnarztbesuches einmal aus Sicht eines Dramaturgen beschreiben mÃ¼sste: katastrophal. Man kann doch nicht die Hochspannung gleich am Anfang aufbauen.</p>
<p>Zwanzig Kinder, die mit einer Gabel ohrenbetÃ¤ubend kreischend Ã¼ber einen trockenen Teller kratzen, sind nichts gegen dieses GerÃ¤usch, wenn der Zahnsteinentferner den Zahnstein an empfindlicheren Stellen wegflext. Furchtbar. Kann da nicht mal ein Sounddesigner von Porsche akustisch nachhelfen, dass man da nur ein wohliges TeddybÃ¤r-Brummen vernimmt?</p>
<p>Vor allen Dingen wÃ¼rde ich ja immer gerne den Anweisungen der Zahnarzthelferin Folge leisten und die Zunge entspannen, aber wenn ich das GefÃ¼hl habe, meine NervenstrÃ¤nge glÃ¼hen und ich mÃ¼sste gleich zur dunklen Seite der Macht Ã¼bertreten, dann bin ich froh, wenn ich wegen des gleichzeitigen SchweiÃŸausbruches nicht vom Zahnarztstuhl rutsche.</p>
<p>Danach beginnen die angenehmeren Behandlungen. Polieren zum Beispiel. Wie in der AutowÃ¤sche kommt da der groÃŸe Schwamm zum Einsatz, der irgendeine fruchtig aromatisierte Creme in den Zahnschmelz wichst (ein anstÃ¤ndiges altes deutsches Verb Ã¼brigens). Wie oft zu beobachten, werden Frauen immer so gesprÃ¤chig, wenn sie Dinge auf Hochglanz bringen. Das ist einfach dieses erhebende GefÃ¼hl der sich einstellenden Sauberkeit, da kann ich verstehen, wenn Zahnarzthelferinnen andere damit verbal am GlÃ¼ck teilhaben lassen mÃ¶chte.</p>
<p>Problematisch gestaltet sich leider immer nur das Antworten, wenn man den Mund voller PolierbÃ¼rsten und Aromacreme hat. Und immer erst dann fÃ¤llt mir die Frage ein, die mich seit Jahren umtreibt: was genau ist eine Zahnarztfrau? Ist das nur die Frau eines Zahnarztes? Und wenn ja: warum macht sie Werbung fÃ¼r Sachen, von denen sie wahrscheinlich nichts versteht?</p>
<p>ZÃ¤hneprÃ¼fen ist auch ein schÃ¶nes Kapitel. Mit dem Luftstrahl noch schnell die hartnÃ¤ckigsten Crunchy Nut Flakes vom FrÃ¼hstÃ¼ck wegfÃ¶hnen und dannÂ Sprechblasen wieÂ &#8220;1-8 OB&#8221;, wobei OB thematisch nichts mit Dingen zu tun hat, die dort aufgenommen werden, wo sie passieren.</p>
<p>Ganz wichtig: darauf hinweisen, dass man immer Zahnseide benutzen sollte und abends Elmex Gelee (gibt es nur in der Apotheke und kostet dreimal soviel wie &#8220;herkÃ¶mmliche Zahnpasta&#8221;, wo auch immer die herkÃ¶mmlich herkommt). NatÃ¼rlich ist der Rat richtig und wichtig. Auf Autobahnen sollte man auch rechts und 130 km/h fahren. Aber wie auch bei der Zahnseide gilt: es ist zwar sinnvoll, macht aber einfach keinen SpaÃŸ.</p>
<p>Findet sich dann doch ein Loch im Zahn (wir Dentisten nennen das &#8220;kariÃ¶se Stellen&#8221;), dann kann man heutzutage gleich Digitalfotos davon schieÃŸen. Das finde ich wiederum toll an den LÃ¶chern und ich habe deswegen in Zukunft gar keine Angst mehr vor dem Zahnarzt.</p>
<p>Dann gibts eine Plombe, was der Lateiner schnell von Plumbum = Blei ableiten kann. Wenn sich die RÃ¶mer damals die ZÃ¤hne mit Blei gefÃ¼llt haben, kÃ¶nnte man VerschwÃ¶rungstheoretikern zufolge den Untergang des RÃ¶mischen Reichs damit erklÃ¤ren, denn Blei ist nicht so ganz gesundheitsfÃ¶rdernd im Mund.</p>
<p>Heutzutage gibt es natÃ¼rlich kein Blei im Mund, auch Amalgan hat das Zeitliche gesegnet: heute gibt es zweiflÃ¤chig analoge EinlagefÃ¼llungen, die nach einer intraoralen InfiltrationsanÃ¤stesie in der aufwÃ¤ndigen AdhÃ¤siv-Bond-Mehrschicht-Technik in den Zahn eingesetzt werden. Ob diese FÃ¼llungsart nun zum Untergang der westlichen Welt fÃ¼hrt, darÃ¼ber ist man sich in Fachkreisen noch uneinig.</p>
<p>Und gerade, wo es beginnt, SpaÃŸ zu machen, ist auch schon wieder Schluss. Man geht selig lÃ¤chelnd aus der Praxis. Ob das an der BetÃ¤ubung den Zahnfleisches liegt, welche Mundbewegungen immer zu einem affigen Grinsen transformiert oder ob es einfach die Erleichterung nach dem Praxisbesuch ist: ich habe selten einen unglÃ¼cklichen Menschen aus der ZahnarzttÃ¼r treten sehen.
</p>
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		<item>
		<title>GÃ¼lcans Traumhochzeit</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Sep 2007 16:29:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krischan</dc:creator>
		
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	<category>Weltgeschehen</category>
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		<description><![CDATA[Wenn es wenigstens die Queen gewesen wÃ¤re, aber nein: VIVA GÃ¼lcan (weiblich, kann reden, Haare blond gefÃ¤rbt) und ein Milchbubi (BÃ¤ckerunternehmersohn, noch nie gearbeitet, ist aber wichtig, LieblingssÃ¤nger David Hasselhoff) heiraten im Fernsehen. Und obwohl es niemand wissen will, wird das Ereignis ganz groÃŸ inszeniert.
Ich denke, ich schaue nicht richtig, als allein zwei Moderatoren damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es wenigstens die Queen gewesen wÃ¤re, aber nein: VIVA GÃ¼lcan (weiblich, kann reden, Haare blond gefÃ¤rbt) und ein Milchbubi (BÃ¤ckerunternehmersohn, noch nie gearbeitet, ist aber wichtig, LieblingssÃ¤nger David Hasselhoff) heiraten im Fernsehen. Und obwohl es niemand wissen will, wird das Ereignis ganz groÃŸ inszeniert.<a id="more-250"></a></p>
<p>Ich denke, ich schaue nicht richtig, als allein zwei Moderatoren damit beschÃ¤ftigt sind, zwischen Einspielern und GÃ¤sten hin- und herzuschalten und auf einer virtuellen Karte den Weg der Kutsche durch TravemÃ¼nde nachzuvollziehen.</p>
<p>Society-Reporterin Natascha (kennt alle, kommt mit allen super aus) fragt die heiÃŸesten Infos des Abends ab: Kommt ihr immer mit dem Hubschrauber, von welchem Designer sind die Schuhe, wer bist Du Ã¼berhaupt und welche Farbe hat Dein Stuhlgang? Ja, da wird einem ganz warm ums Herz und man fragt sich, ob so etwas wie Vererben eine gute Sache ist, wenn man sieht, wie realitÃ¤tsfremd SÃ¶hne von MultimillionÃ¤ren sind. Aber grundsÃ¤tzlich ist es ja der Typ Kandidat, den eine mÃ¶chtegern-society Frau braucht: reich und simpel.</p>
<p>Irgendwie finde ich es spontan schade, dass Rolf Seelmann-Eggebert (Kumtur des Ordens des Britischen Reiches, Ã¶ffentliches-rechtliches Fernsehen, Ã¤lter, kennt sich aus mit den Royals) nicht kommentiert, der kann ja auch Ã¼ber einen Hut der Queen mehr erzÃ¤hlen als so mancher Professor Ã¼ber sein Fachgebiet. Aber gut, Ã¼ber GÃ¼lcan gibt es halt nicht viel zu berichten, der brÃ¶msige Ehegatte in spe bezaubert hÃ¶chstens durch seine EindimensionalitÃ¤t. Dieser Mensch erinnert mich sofort an diesen Typus Lackaffen, der in MÃ¼nchens P1 mit weiÃŸem Unterhemd an der TanzflÃ¤che steht, Papas Amex dabei hat und exzellent dummcool ist. Aber gut, wir leben in einem freien Land und sein Image sollte jeder selbst pflegen.</p>
<p>GrundsÃ¤tzlich ist alles zu Gast, was Rang und Namen hat. Ein Mensch mit einem Hubschrauber, eine Frau aus dem ehemaligen Ostblock und der kleine Mikrofon-Mann aus der RTL-Boxengasse, nur dieses Mal ohne Overall. Schockiert merke ich auf einmal, dass ich Ã¼berhaupt nicht mehr weiÃŸ, wer in Deutschland prominent ist.</p>
<p>Inzwischen hat der durchhaltewillige Zuschauer zwanzig Mal die Kutsche gesehen, dass man das GefÃ¼hl bekommt, man kÃ¶nnte fast selbst eine konstruieren. Zum GlÃ¼ck kommt irgendwann die Braut. Die gecastete und bezahlte Menge klatscht begeistert wegen des 8.000 Euro Kleides. Zumindest diese Information hatte etwas Gehalt, auch wenn sie deswegen nicht zehnmal betont werden mÃ¼sste.</p>
<p>Der Hochzeitsmarsch wird gespielt, viele D-Promis sind gerÃ¼hrt, der Reporter kommentiert mit seichter Stimme, dass die Spannung ins UnerlÃ¤ssliche steige, und korrigiert sich dann, weil er doch das Unermessliche meinte.</p>
<p>Und gerade, als ich dachte, es sei endlich vorbei, da grÃ¶lt es von der BÃ¼hne und wir sehen HP von Scooter, der ein Best-of-Medley seiner immergleichen Kompositionen vom Band spielt. Das setzt dem ganzen natÃ¼rlich noch die Krone auf und unterstreicht gekonnt den Anspruch dieser ganzen Veranstaltung. Die Menge hopst plump zu â€žDÃ¼pp dÃ¼pp dÃ¼pp de de dÃ¼pp dÃ¼pp dÃ¼ppâ€œ, lÃ¤sst die geballte Faust durch die Luft kreisen und alle sind gut drauf. Das hat so etwas von â€žSam, spiel unser Liedâ€œ. Da hÃ¤tten wir dann doch lieber mit David Hasselhoff Vorlieb genommen.</p>
<p>Ich danke Pro7 nochmal ausdrÃ¼cklich dafÃ¼r, im Werbeblock Immodium complex zu bewerben. Dadurch wusste ich gleich, dass mein aus der Sendung resultierender Brechdurchfall von BlÃ¤hungen und KrÃ¤mpfen begleitet wird und durch diese Arznei in den Griff zu bekommen ist.</p>
<p>Nach stundenlangem Auswalzen des inhaltlichen Nichts, ist es dann endlich vorbei. Experten sollen beurteilen, ob das wirklich ein TV-Format oder einfach nur BildermÃ¼ll ist. Dass das ganze eine groÃŸe Marketingmaschine ist, mithilfe derer sich alle MÃ¶chtegern-Promis gegenseitig feiern, steht wohl auÃŸer Frage. Klar, allein, dass ich darÃ¼ber schreibe, ist schon Teil des Konzeptes und ich werde dafÃ¼r unter UmstÃ¤nden in die HÃ¶lle kommen. So gesehen bin ich schon gespannt auf â€žGÃ¼lcans Traumscheidungâ€œ.
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